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Libelle - Belüftungsmaschine für stille Gewässer

Direkt am ersten Loch des Südplatzes wurde im Rahmen der Neugestaltung ein Teich als Wasserhindernis eingebaut. In ihn werden die Bahn 1 des Südplatzes und die gesamte Driving Range sowie die zahlreichen Putting-Greens entwässert. Das Gewässer bietet nicht nur einer interessanten Artenvielfalt an Tieren und Pflanzen eine Heimat - es leistet auch eine Vorklärung des gesammelten Wassers, hauptsächlich durch das Absetzen von Schwebstoffeinträgen, bevor sein Überlauf den Hauptteich erreicht. In 2012 wurde die Bepflanzung fertig gestellt. Die Schilfpflanzen werden mit den Jahren ein immer dichteres Wurzelwerk entwickeln und darüber sehr viele Nährstoffe aufnehmen.

Im Hochsommer 2012 präsentierte sich das Wasser jedoch mit einer kräftigen Algenblüte an der Oberfläche. Sie war Ergebnis eines anhaltend hohen Nährstoffgehaltes. Diese Gegebenheiten führten zur Entscheidung den Areator „Libelle“ zunächst in diesem Teich zu erproben.


Die Anlage im Probelauf

Als Effekte sind insbesondere eine intensive Belüftung des relativ still stehenden Wassers sowie seine biophysikalische Belebung zur Intensivierung des Nährstoffabbaus zu erwarten. Sowohl die Schilfrhizome als auch Mikroorganismen im Wasser entziehen dem Wasser Nährstoffe, benötigen für dessen Umsetzung aber möglichst viel Sauerstoff.
Durch die Anlage strömt das Wasser in einer Reihe von Bewegungsabläufen und Feldeinflüssen, wie wir sie in vitalen natürlichen Bachläufen noch finden können. Ihr Aufbau sowie ihre Abfolge zielen darauf ab, seine supramolekulare Struktur biophysikalisch als Biotop für mikroorganische Aktivitäten zu optimieren.

Gegenüber konventionellen Wasserfontänen wird das Wasser mit weniger als einem Fünftel des Pumpendrucks bewegt. Dies spart nicht nur beträchtliche Mengen an Energie ein. Die sanfte Bewegung hilft auch dem gesamten Mikroleben im Wasser, ungestört seine reinigende Wirkung entfalten zu können. Der Sauerstoffgehalt des ausgestoßenen Wassers liegt kurzzeitig über der Sättigungsgrenze und kann besser aufgeschlossen werden.

Der allergrößte Teil der Anlage bleibt unterhalb der Wasseroberfläche verborgen. So wird ein optisch weniger störendes Aussehen erreicht. Für die Funktion bedeutsamer aber ist, dass die meisten Bewegungsabläufe in der Anlage ohne nennenswerten Druck stattfinden können. Maximal wird ein Druck von knapp 50 Millibar aufgebaut. Die Intensität des ausgestoßenen Hohlstrahles indes basiert nicht nur auf diesem Druck, sondern wesentlich auch aus einem leichten Vakuum im Inneren des Hohlstrahles, das den Wasserfilm auffaltet und stabilisiert.

Jede der fünf kombinierten Einheiten wird von einer eigenen Pumpe mit 20 Kubikmetern Förderleistung pro Stunde und 210 Watt Leistungsaufnahme gespeist. Die fünf Pumpen wälzen das Wasser des Teiches in 24 Stunden bis zu zweimal um. Ihre günstige Auslegung benötigt dafür nur 1,2 Kilowatt pro Stunde.


Prof. Dr. Korpiun
(Mitglied des GC Hösel e.V. seit 2004)

Golfclub Hösel